DIE GESCHICHTE ZÜRICHS - RÖMISCHE ZEIT AUSWAHLLISTE     MENUE ZÜRICH
 
um 15 v.Ch. Die römische Besiedlung Zürichs dürfte um 15 v. Chr. im Zu-
sammenhang mit dem Alpenfeldzug des römischen Kaisers Augustus erfolgt sein.

Zürich dürfte, obwohl abseits der römischen Hauptstrassen gelegen, als Zollstation eine gewisse Bedeutung gehabt ha-
ben. Am Ende des für den Warentransport genutzten Was-
serwegs Walensee-Zürichsee gelegen, mussten hier die transportierten Waren von See- auf Flussschiffe umgeladen werden.

 
  Das römische Siedlungsgebiet lag um den heutigen Linden-
hof, der damals infolge der Sihlmündung im Gebiet des Frau-
münsters völlig von Wasser umgeben war. Das Gebiet des heutigen Weinplatzes war eine als Hafen genutzte Bucht, an deren Ufer sich die Thermen befanden. An der engsten Stelle unterhalb der heutigen Rathausbrücke führte ein Steg über die Limmat. Römische Siedlungsreste wurden auch im Ge-
biet der Stüssihofstatt und am Rindermarkt gefunden. In rö-
mischer Zeit dürfte Zürich etwa 300 Einwohner gehabt haben.

Zürich zur Römerzeit

um 200 n.Chr. Zürich hiess zur römischen Zeit Turicum. Der Name Turicum ist durch den 1747 auf dem Lindenhof gefundenen Grabstein für den kleinen Sohn von Lucius Aelius Urbicus, dem dama-
ligen Vorsteher der Zollstation, belegt. Aufgrund dieses Grab-
steins wissen wir auch den Zollsatz, mit dem die Waren be-
legt wurden, nämlich 2.5 %.

Römischer Grabstein

um 300 n.Chr. Der Legende nach waren die Stadtheiligen der Stadt Zürich, Felix, Regula und ihr Diener Exuperantius Flüchtlinge der im Wallis stationierten Thebäischen Legion, die wegen ihrer Wei-
gerung, gegen Christen vorzugehen, dezimiert wurde. In Zü-
rich wurden Felix, Regula und Exuperantius gefangengenom-
men und auf der Limmatinsel, auf der heute die Wasserkirche steht, durch Enthaupten hingerichtet. Die drei Heiligen sollen dann ihre abgeschlagenen Köpfe aufgehoben haben und den Hügel hinauf an die Stelle gegangen sein, an der sich heute das Grossmünster befindet.

Zürcher Staatssiegel

um 370 n.Chr. Unter Kaiser Valentinians I. (364 bis 375) wurde auf dem Lin-
denhof ein Kastell mit 10 Türmen angelegt, das der Sicherung der Zollstation, gegen die aus dem Norden vorstossenden germanischen Stämme, diente.

Rekonstruktion römisches Kastell

401 n.Chr. Rückzug der Römer unter dem Druck der anstürmenden Ale-
mannen. Zwar dürfte die Siedlung Turicum weiter bestanden haben, doch lässt sich eine eigentliche alemannisch-fränki-
sche Wiederbesiedlung erst ab etwa 550 n.Chr. nachweisen.
Römischer Goldschmuck

 

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